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Flüssigsilikone (LSR)

Flüssigsilikone sind in der Regel 2-Komponenten-Systeme, bestehend aus dem Platin-Katalysator (Komponente A) und dem Si-H-Vernetzer (Komponente B), die ausschließlich durch Addition vernetzt werden. Aufgrund kurzkettiger, linearer Polysiloxane mit einer Viskosität von ca. 5–500 Pa·s und einem relativ geringen Füllstoffgehalt (max. 30 %) weisen Flüssigsilikone eine gießfähige bis pastöse Konsistenz auf und werden hauptsächlich im Spritzgussverfahren verarbeitet.


Feste Silikone sind Copolymere aus Dimethylsiloxanen (Hauptkette) und isolierten Vinylmethylsiloxanen (funktionale Gruppe). Aufgrund ihrer geringen intermolekularen Wechselwirkungen weisen sie eine weiche, pastöse Konsistenz auf. Mit einer Viskosität von 10.000 bis 50.000 Pa·s lassen sich feste Silikone bei Raumtemperatur leicht verarbeiten.

Dank seiner niedrigen Viskosität kann LSR bei Raumtemperatur auf das Kabel aufgetragen werden. Dazu werden die Kabel horizontal oder vertikal durch das LSR geführt und anschließend durch Wärmezufuhr vernetzt. Im Gegensatz zu HTV muss LSR nicht vorab gewalzt oder compoundiert werden. Beide Komponenten werden in getrennten Behältern angeliefert und direkt verarbeitet. Durch die Additionsvernetzung mittels eines Platin-Katalysators ist die Vernetzung rückstandsfrei und halogenfrei, was LSR für Anwendungen in der Medizin sehr beliebt macht.